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Alle reden von Inklusion, ein funktionierendes System wurde zerschlagen

Am 4. Dezember 2013 berichtete ich hier davon, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Finanzierung der Sprach- und Bewegungstherapeuten in integrativen Kindertagesstätten zum Kindergartenjahr 2014/2015 einstellen will.
Zwischenzeitlich ist die Entscheidung gefallen: der LVR zieht das durch, die Finanzierung wird eingestellt werden.
 

Das bedeutet nichts anderes als die Zerschlagung eines funktionierenden Systems.

Träger von iKitas müssen möglicherweise ihre Fachkräfte (Logopäden und Physiotherapeuten) entlassen, weil diese eben bei den Trägern beschäftigt sind und keine von den Krankenkassen anerkannten (freien) Therapeuten sind.
Eltern müssen sich zukünftig quartalsweise oder häufiger beim Kinderarzt ein Rezept holen (was nicht immer einfach sein wird).
Logopäden und Psychotherapeuten müssen sich überlegen, ob sie ihren Beruf aufgeben oder ob sie beispielsweise selbstständig und von der Krankenkasse anerkannt weiter machen. (Mit allen Chancen und Risiken der Selbstständigkeit)
Kinder verlieren die vetrauten Fachkräfte und werden ‚in der Fremde‘ therapiert. (Therapie, die bislang als normal Bestandteil des Tagesablauf empfundenen wird, wird dann exkludierend empfunden)
Gemeinsame, zwischen den Erziehern und Therapeuten abgestimmte Betreuung der iKinder wird nicht mehr möglich sein.
Ein engmaschiger und vertrauter Austausch zwischen Erziehern und Therapeuten, wie er heute die Regel ist, wird bestenfalls die rühmliche Ausnahme sein.
Profitorientierte Unternehmen werden dieses neue Feld schnell für sich entdecken und die verunsicherten Therapeuten einsammeln und in therapeutischen ‚Profit-Centern‘ arbeiten lassen. (Hier wird dann das ‚Profit-Center‘ die Kassenzulassung halten)

Wer mir jetzt vorwerfen möchte, ich malte ein Horrorszenario an die Wand, dem sei gesagt: Es ist ein Horrorszenario.

Dies wurde auch bei den Verhandlungen und Besprechungen im LVR so gesagt.
Die dort auch diskutierte sanfte Lösung oder sanfte Transition wurde aus der Angst heraus, bei zuviel Publizität könne man (LVR) den Ausstieg aus der Finanzierung nicht durchsetzen, verworfen.

Horrorszenario hin oder her: zum Kindergartenjahr 2014/2015 wird die Finanzierung wegfallen, dem muss man sich stellen.

Es sind viele Fragen offen.

Alle Beteiligten, die Träger, die Eltern, die Jugendverwaltungen, die kommunalen und Landespolitiker und die Krankenkassen müssen jetzt dafür eintreten, dass die richtigen Antworten, dass gute Antworten auf diese Fragen gefunden werden.

Im Rahmen meiner Möglichkeiten auf Landesebene und vor Ort werde ich dafür kämpfen.

 

 

 

 

Bildquelle: ‚Geld knapp‘ © Thorben Wengert / pixelio.de

 

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